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Magnetanwendung bei der Defibrillatortherapie

Es ist bekannt, dass bei Drahtbrüchen in der Defibrillationselektrode von implantierbaren Defibrillatoren (ICD) mehrere Fehlerszenarien auftreten können. Bei Bruch der Wendelelektrode (coil) kann keine Schocktherapie abgegeben werden. Ein solcher Fall wird von modernen Defibrillatoren erkannt und der Patient durch einen akustischen oder taktilen Alarm gewarnt.
Bei einem Bruch der Erkennungselektrode unterbleibt sowohl die Herzstimulation, als auch die Tachykardieerkennung. Der Patient verliert damit den Schutz des ICD. Liegt ein Wackelkontakt vor, d.h. der gebrochene Draht berührt sich sporadisch, kann es zur Inhibition des Schrittmacherteils und zur Auslösung inadäquater Schocks kommen. Es ist bekannt, dass solche inadäquate Schocks, ggf. in Serie abgegeben, mehrfach zu nicht mehr terminierbarem Kammerflimmern geführt hat. Dies bedeutet, dass sich die Wirkung des Defibrillator umkehrt und dieser nicht mehr bestimmungsgemäß vor dem plötzlichen Herztod schützt, sondern diesen auslösen kann.
Bei allen Defibrillatoren ist es möglich, eine Schockserie durch Magnetapplikation zu unterbrechen. Bei erhöhtem Elektrodenrisiko (sog. recall Situation) ist daher daran zu denken, den Patienten entsprechend aufzuklären und ggf. die Verwendung eines Magneten anzubieten. Eine Magnetanwendung durch den Patient selbst wurde in anderem Zusammenhang in der Vergangenheit bereits bei Batterieproblemen empfohlen.

Es ist zu beachten, dass durch Programmierung die Magnetwirkung verändert werden kann und dann ggf. die Schockabgabe nicht durch Magnetauflage verhindert wird. Für welche Defibrillatoren dies gilt, ist in der Typenkartei angegeben.

Um den Arzt bei seiner Verpflichtung zur Aufklärung des Patienten über Risiken durch das Implantat als solches zu unterstützen, wird im Ratgeber Herzschrittmacher auch über eine mögliche Magnetanwendung informiert.